I. Der Trainer

Peter Höpfner geb.29.06.1944 4. Dan Shotokan

Im zarten Alter von 31 Jahren begann ich im August 1975 in einem Anfängerlehrgang des damaligen Flensburger Karate-Dojo 2 mit dem Karatetraining. Die Trainer des Dojo waren Dieter Andresen und Heino Bierwolf. In diesem Dojo und mit diversen Lehrgängen bei namhaften Trainern, um einige zu nennen, wie dem ehemaligen Bundestrainer Hideo Ochi, Horst Handel, Dr. Jürgen Willrodt, Michael Strauch und nicht zuletzt Wolf-Dieter Wichmann erarbeitete ich mir die Kyu-Grade und legte am 29.06.1986 vor dem Bundestrainer Hideo Ochi die Prüfung zum 1. Dan ab.

Zwischenzeitlich gründete ich am 01.04.1980 als 5. Kyu ein eigenes Karate-Dojo mit Unterstützung von Berno Jörgensen (damals 3. Kyu).

Meine Idee war, Shotokan-Karate als Breitensport - gleich welchen Alters – anzubieten, für jedermann - ob bislang Sport betrieben wurde oder nicht - zugänglich zu machen. Karate als Wettkampfsport zu betreiben und zu vermitteln erschien mir aufgrund meines Einstiegsalters (mit 31 Jahren sind die meisten aktiven Kämpfer bereits wieder aus der Wettkampfszene) als utopisch. Auch entspricht das Wettkampfkarate nicht der Grundidee des Shotokankarates.

Von Bedeutung ist auch, dass mich neben meiner Arbeit im eigenen Dojo zum Erreichen des ersten Zieles (1.Dan), das jahrelang begleitende Training bei der Flensburger Karateschule Tora unter den Trainern Siegfried Tschackert und Michael Ebner enorm unterstützt hat.

Die Fleißaufgabe 1.Dan war geschafft. Die Arbeit mit jungen und älteren Karateka im Dojo machte viel Spaß und entwickelte sich langsam zur Lebensaufgabe.

Das der Weg erst begann, was Karate und Karate-Do aber wirklich bedeuteten, begriff ich erst sehr langsam, und zwar unter dem Einfluss von Sensei Wolf- Dieter Wichmann. In unzähligen Lehrgängen und den schmerzhaften Erkenntnissen, immer noch nicht reif genug zu sein, bereitete ich mich auf den 2. Dan vor. Die Prüfung konnte ich dann erfolgreich am 21.07.1995 in Neustadt/Holstein während des jährlich stattfindenden Sommer-Lehrganges vor Wolf-Dieter Wichmann und Karl Langer ablegen.

Dies forderte meinen Ehrgeiz heraus. Jahrelanges Training hatten meinen Körper und Geist so geschult, dass sich die physischen und psychischen Belastungen weiterer fortbildender Lehrgänge ohne Mühe ertragen ließen. So konnte ich nun mehr mit 56 Jahren am 17.09.2000 die Prüfung zum 3. Dan in Bremen vor Wolf-Dieter Wichmann und Horst Kaireit ablegen.

Wenn man nun auf den Gedanken kommen sollte, nach Erreichen einer höheren Graduierung die Hände in den Schoß legen zu können, kann ich nur warnend den Finger heben. Es genügt nicht, im Dojo zu trainieren und sein durchaus schon sehr umfangreiches Wissen weiter zu geben. Mein Verständnis als Trainer lässt es nicht zu, im Dojo eine Technik oder Kombination anzusagen, einmal vorzuführen und dann im Pulk vorweg die Techniken mitzulaufen. Vielmehr möchte ich meiner Aufgabe als Trainer gerecht werden, um durch unerlässliche Korrekturen meinen Karatekas das Gefühl zu geben, ihre eigenen Ansprüche zu erfüllen und ihre Ziele verwirklichen zu können. Was ich damit ausdrücken möchte: Meinen eigenen Standart zu erhalten, die mentale Stärke zu schulen und zu festigen kann nicht im Dojo geschehen. Es macht erforderlich, wieder Lehrgangsteilnehmer zu werden. Mit gleich und niedriger Graduierten alle Kategorien des traditionellen Shotokan-Karates zu üben. Wer einmal als Höhergraduierter einem Weißgurt im Gohon-Kumite als Trainingspartner gegen-über stand und soll ihn seinem Standart entsprechend mit einem Oi-Zuki angreifen, präzise, mit Kime , die Geschwindigkeit des Angriffs den Möglichkeiten des Partners angepasst, der kann meine Gedanken nachvollziehen. Seit meinen Ausführungen bis zum 3. Dan sind nun mittlerweile weitere vier Jahre vergangen. 28 Lehrgänge habe ich in dieser Zeit besucht, die mich weiterführten und motivierten, so dass ich die physische und psychische Stärke besaß, am 26. Oktober 2004 in Bremen vor den DKV-Prüfern Wolf-Dieter Wichmann und Rainer Zimbalski erfolgreich die Prüfung zum 4. Dan abzulegen. Meinen besonderen Dank an dieser Stelle an Wolf-Dieter Wichmann, der mich auf diesem Weg unterstützte. Wie es weiter geht : Schaun mer mal !!
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